Das Café Mafalda stellt sich vor

Wir, das ehemalige Antifa Jugend Café, haben uns umbenannt. Unser wöchentliches Café wird jetzt unter dem Namen „Café Mafalda“ stattfinden. Dafür gibt es einige Gründe, aber dazu später mehr.

Was machen wir?

Unser Café hat jeden Montag ab 18 Uhr geöffnet und befindet sich in der Klausstraße 10 in Hamburg-Altona (ca. 3 Minuten Fußweg vom Bahnhof Altona entfernt). Wir haben ein festes Rahmenprogramm, dass jeden Monat unterschiedliche Themen aufgreift:

Am 1. Montag im Monat zeigen wir Filme und kochen dazu veganes Essen.

Der 2. Montag im Monat steht unter dem Motto „(Urban) Art Lounge“, an dem wir Workshops zum Thema anbieten. In diesem Rahmen fand z.B. schon ein „Strickworkshop“ und ein „Knastbriefe schreiben Abend“ statt. Oder aber wir bieten euch an diesem Abend einfach Raum zum Basteln, Malen etc.
Wir bemühen uns stets Materialien wie Spraydosen, Farbe usw. bereitstehend zu haben, freuen uns aber natürlich auch über Eigenengagement und Sachspenden.

Der 3. Montag im Monat ist unser Kinoabend, an dem wir Filme zeigen, die sozialkritische Themen aufgreifen. Dazu gibt es Knabberkram und Popcorn.

Am 4. Montag im Monat bemühen wir uns Veranstaltungen mit politischem Inhalt zu organisieren, diese können u.a. in Form eines Workshops, eines Vortrags oder einer Gesprächsrunde stattfinden.

Außerdem behalten wir uns vor auch spezifische Themenmonate zu veranstalten, in denen wir das Rahmenprogramm nicht unbedingt einhalten.

Und was ist jetzt mit Antifa?

Wie einigen vielleicht aufgefallen ist, waren unsere Veranstaltungen schon immer von vielen unterschiedlichen Themen geprägt, wobei Antifaschismus nur einen kleinen Teilbereich darstellte. So wurde auch uns immer deutlicher, dass wir kein reines Antifa-Café sind und wir uns in dem Namen nicht wiederfinden. Dass wir unseren alten Namen abgelegt haben heißt nicht, dass wir uns nicht mehr als Antifaschist_innen sehen, im Gegenteil, wir sehen uns aber als noch vieles mehr und wollen verschiedene linksradikale Spektren ansprechen.

Und warum nicht mehr Jugend?

Wie schon der Begriff „Antifa“ ist auch ein „Jugend“ im Namen von Vornherein spezifisch und leider auch ausgrenzend. Personen fühlen sich nicht angesprochen oder der gewünschten Zielgruppe nicht zugehörig.
Ursprünglich hatten wir das Projekt mit dem Ziel gestartet Menschen mit einem noch nicht gefestigtem Szenehintergrund zu politisieren und einen Raum zu schaffen in dem Menschen mit Interesse an linksradikaler Politik sich unverbindlich treffen und austauschen können. Wir wollten im speziellen Jugendliche ansprechen um Hierarchien zu vermeiden die durch Alter bzw. Erfahrung entstehen können. Wahrscheinlich werden die meisten die Situation kennen, sich zwischen vermeintlichen „Szenehasen“ jedes Wort zehn mal zu überlegen, bevor mensch sich traut, es auszusprechen. Auf der anderen Seite wollten wir aber auch keine Menschen ausschließen, die sich nicht mehr als Jugendliche sehen.
Im Laufe der Zeit haben wir gemerkt, dass sich viele potenzielle Nutzer_innen durch das „Jugend“ im Namen haben verunsichern lassen. Es war vielen nicht bewusst wer nun angesprochen werden soll und ob sie nicht vielleicht schon zu alt seien. So fühlten sich viele 18-jährige nicht mehr als „Jugendantifas“ und die 30-jährigen fühlten sich unwohl bei der Vorstellung sich zwischen lauter 18-jährigen aufzuhalten. Unsere Vorstellung war es jedoch von Anfang an keine Grenzen beim Alter zu setzen. Zumal jede_r unterschiedliche Erfahrungen in unterschiedlichen Lebenssituationen mit unterschiedlichem Alter macht. Mit der Namensänderung machen wir dies nun auch deutlicher. Zudem finden wir, dass „Generationsaustausche“ eh viel zu selten stattfinden und wir hoffen die angesprochenen Hierarchien durch Empathie, Respekt und mit einem offenen Umgang von Ängsten zu durchbrechen.

(Frei)Raum mit Atmosphäre?

Wir wollen uns im Café mit verschiedenen Themen Auseinandersetzen, gemeinsam Filme schauen, uns austauschen und weiterentwickeln. Doch der Caféalltag soll nicht nur von inhaltlicher Auseinandersetzung und Theorie geprägt sein. Es ist uns wichtig, dass der Raum auch zum unverbindlichen Zusammensein, Reden, Entspannen, Lesen, Spiele spielen, Kochen und Wohlfühlen da ist.
Hierbei sehen wir uns nicht als Dienstleister_innen und erhoffen uns, dass sich die Menschen die das Café nutzen auch für dieses und die Stimmung die herrscht verantwortlich fühlen. Sexismus, Homophobie, Rassismus etc. haben bei uns keinen Platz und dafür sollten alle die den Raum nutzen sorgen. Uns ist dabei bewusst, dass wir in einer Gesellschaft leben in der Sexismus, Rassismus und Homophobie Alltag sind. Wir sind in einem binären Geschlechtersystem sowie unter patriachalen Strukturen aufgewachsen und sozialisiert. Hierdurch haben wir selbst z.B. Sexismen verinnerlicht, sind ambivalente Wesen und nicht frei von Widersprüchen, dennoch sehen wir das Café als einen „Schutzraum“ und erhoffen uns eine Atmosphäre zu schaffen in der Unwohlsein ohne Angst thematisiert werden kann. Wichtig ist uns dabei, dass subjektive Empfindungen und Grenzen ernst- und wahrgenommen werden und das nicht nur von denen die hinter dem Tresen stehen.
Eine wichtige Rolle für die Atmosphäre im Café spielt hierbei auch die Auswahl der Filme, die auf unseren Plenas meist viel Raum einnimmt. Wir wollen keine Filme zeigen, die für Menschen, die von (sexualisierter) Gewalt betroffen sind, oder waren, retraumatisierend wirken können oder eben diese Personen schon von vornherein ausschließen. Auch Filme und Vorträge können Personen emotional sehr stark belasten, was bei all dem politischem Engagement leider oft keine Beachtung findet. Deshalb bemühen wir uns auch hier um einen sensiblen Umgang und versuchen nach jedem Film und Vortrag Raum für Gespräch zu lassen, der aber frei von Zwang sein soll.
Auch wir sind keine Übermenschen und gestalten diesen Raum zum gleichen Anteil mit, befinden uns in einem stetigen Entwicklungsprozess und machen Fehler.
Gerade deshalb wollen wir auch für Kritik offen sein, aber auch das Bewusstsein einen solchen Raum zu schaffen und zu gestalten ein Stück weit an die Nutzer_innen abgeben.

Wir freuen uns über jeden Vortrag oder Workshop, über Hilfe beim Kochen, Nutzer_innen die einfach nur Lesen und jedes nette Gespräch.